Flyer Gewaltpräventionskurse für Kinder und Jugendliche

Die auftraggebende Person legt im Gespräch mit dem SIG oder anhand der Themenliste fest, welche Themenbereiche behandelt werden sollen. Danach werden die Kursdauer und die Anforderungen an den Kursraum festgelegt.

Die Präventionsmassnahmen wirken am nachhaltigsten, wenn alle erziehenden Personen ebenfalls ausgebildet werden, damit das Erlernte in den Erziehungsalltag einfliessen kann. Dies kann im Rahmen eines Elterntrainings oder Elternabends erfolgen.

GEWALTFREIER UMGANG

Die Erziehenden werden instruiert, wie sie im Alltag die aus Sicht der Gewaltprävention relevanten sozialen Kompetenzen fördern können.

Die Kinder befassen sich mit den verschiedenen Formen von Gewalt und lernen, wie und warum diese entstehen. Es wird aufgezeigt, dass es bei Gewaltanwendung nur Verlierer gibt. Probleme werden mit Gewaltanwendung nicht nachhaltig gelöst, sondern verschärft. Die Kinder lernen gewaltfreie Wege kennen, wie Konflikte verhindert, und wenn bereits vorhanden, gelöst werden können.

SELBSTVERTRAUEN

Gesundes Selbstvertrauen ist das Fundament der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung im Alltag. Dessen Entwicklung wird entscheidend durch Lob, Akzeptanz, Liebe und einen integrativen Erziehungsstil der erziehenden Personen gefördert. Im Rahmen von spezifischen Kursen zur Förderung des Selbstvertrauens können wir die ErzieherInnen und Kinder in gemeinsamen oder separaten Kursen unterstützen.

SELBSTBEHAUPTUNG

Die Kinder lernen, den eigenen Willen / die eigene Meinung wahrzunehmen und diese(n) in angemessener Weise zu kommunizieren. Sie lernen, Grenzüberschreitungen zu erkennen und sich mit Körpersprache und Worten, notfalls auch mit verhältnismässigen Selbstverteidigungstechniken, dagegen zu wehren. Zentral ist zu erfahren, wann, wie und wo Kinder Hilfe holen können.

MOBBING

Im Kindesalter von anderen systematisch und über längere Zeit "geplagt" zu werden, kann das Selbstwertgefühl nachhaltig stark beeinträchtigen. Der Kurs ermöglicht den Kindern, Selbstwertgefühl zu tanken, mit Beleidigungen umzugehen und sich gegen Mobbing zu wehren. Wichtig ist zu wissen, ab welchem Eskalationsgrad wie und wo Hilfe geholt werden muss. Es werden Fallbeispiele behandelt, wie z.B. das Wegnehmen oder Zerstören eines Gegenstandes, Gruppendruck, Erpressung usw.

Beim Thema Mobbing ist die Zusammenarbeit mit den ErzieherInnen sehr wichtig. Daher lernen sie in separaten Kursen, was Mobbing ist, welche Folgen für das gemobbte Kind entstehen und wie sie Hilfe leisten können. Es wird aufgezeigt, wie man mit den Beteiligten Kontakt aufnehmen kann und welche Instrumente in der Schule zur Verfügung stehen, um effizient gegen Mobbing vorzugehen.

In der Phase, in welcher es in den Kinderkursen um die Stärkung des Selbstvertrauens geht, werden Trainings mit den Kindern und ihren Eltern / Bezugsperson als Vertrauenspersonen gemeinsam durchgeführt.

SELBSTSCHUTZTECHNIKEN

Es geht nicht darum zu lernen, wie man jemanden verprügelt, sondern wie man sich wehrt, wenn man verprügelt wird. Oberstes Lernziel ist die Verhältnismässigkeit. Die Kinder lernen, den Angriff einzuschätzen und angemessen darauf zu reagieren.

Der Kurs beinhaltet:

  • Gefahr des Angriffes einschätzen
  • Verhältnismässigkeit
  • Schläge und Tritte abwehren
  • Ausweichtechniken
  • Sich aus gehaltenen Angriffen befreien
  • Verteidigung am Boden
  • Vorgehen gegen mehrere Gegner
  • Auf Wunsch ev. Abwehren von „Waffen“ (Stock, Messer usw.)

SICH GEGEN ERWACHSENE WEHREN

Dieser Kurs beinhaltet folgende Bereiche:

Sich gegen dem Kind bekannte Erwachsene wehren

Die Kinder lernen den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen kennen. Gute Geheimnisse, die Freude bereiten, darf man für sich behalten. Im Gegensatz zu schlechten Geheimnissen, welche einem Angst machen. Schlechte Geheimnisse muss man unbedingt einer oder mehreren Vertrauenspersonen erzählen – solange, bis einem geholfen wird.
Zum grössten Teil werden sexuelle Übergriffe von Personen aus dem nahen Umfeld der Betroffenen verübt. Im Kurs lernen die Kinder, dass es angenehme und unangenehme Berührungen gibt. Jedes Kind hat das Recht, sich gegen unangenehme Berührungen zu wehren - auch, wenn es die ausführende Person gut kennt. Die Kinder lernen, unmissverständlich „nein!“ zu sagen und notfalls Hilfe zu holen.

Sich gegen dem Kind fremde Erwachsene wehren

Der Schwerpunkt dieses Kurses liegt beim Angesprochenwerden durch dem Kind unbekannte Personen – sei es aus dem Auto heraus oder zu Fuss. Die Kinder lernen, welche Gefahren dabei lauern und wie sie sich in solchen Fällen wehren können - zuerst verbal und mit der Körpersprache, im Notfall auch mit Selbstverteidigungstechniken oder Alltagsgegenständen.

ÜBUNGSPARCOURS - TRAINING FÜR FORTGESCHRITTENE

Um das in den Kursen Gelernte zu festigen und zu wiederholen, bietet sich der Übungsparcours an. Dieser beinhaltet diverse „Gefahren“-Stationen, die durch Kinder und Erwachsene nachgestellt werden. Jeweils ein Kind läuft in Begleitung einer Fachperson durch diese Posten mit den gespielten Szenen. Dabei wird es mit den im Kurs behandelten Themen konfrontiert und muss spontan reagieren.